So, nun muß ich mir hier auch mal alles von der Seele schreiben, bevor die Stilldemenz alles aus meinem Gedächtnis fegt...
Am Freitag nach der Untersuchung im Krankenhaus war ich etwas gedrückter Stimmung.
Als ich dann auch noch Dur.chfall bekam, wurde die Stimmung nicht gerage besser...
Der Tag plätscherte so dahin, abends drehte ich meine übliche Runde durch Bloghausen.
Erst war es nur ein leichter Druck in der Blasengegend, aber erstmal vom Stuhl aufgestanden stand ich dann doch etwas ungläubig vor Jan, und verkündete den Blasensprung...
Dann machte sich leichte Hektik breit: die Oma wurde über ihren unverhofften Hannahsitterdienst informiert, Jan lief hin und her, um die letzten Utensilien in die Kliniktasche zu werfen.
Währendessen war ich noch kurz auf der Toilette, und vefolgte mit Staunen, wieviel Fruchtwasser da so lief...
Wenn mir dass irgendwo in der Stadt oder so abgegangen wäre...
Da das Köpchen ja noch nicht fest im Becken lag, mußte ich mich sofort hinlegen und Jan informierte einen Rettungswagen, der mich liegend in die Klinik transportieren sollte.
Das war gelinde gesagt ein kleiner Horrortrip...
Man wird ja nicht mit so einer gemütlichen trage sanft hinunter geleitet - nein, ich wurde in so eine Art Plane gelegt, die Sanitäter postierten sich an die Seiten, Jan ans Fußende und los ging es.
Die Herren schnauften und schleppten mich also durch das enge Treppenhaus, und ich hatte doch das ein oder andere Mal starke Bedenken, ob wir ALLE heil unten ankommen würden.
Taten wir aber, und dann kam auch endlich die gemütliche Liege zum Einsatz.
Ankunft im Krankenhaus so kurz vor 22 Uhr im Krankenhaus - erstmal CTG - ab ca.22.30 Uhr alle 5-7 Minuten Wehen - 23 Uhr Muttermund noch immer fest geschlossen, trotzdem Umzug in den Kreißsaal - Dauerwehen, da die Gebärmutter mit aller Kraft das Köpfchen voran treiben will (aber Finn das Brave Kind läßt sich davon nicht beeindrucken und erspart seiner Mutter so einiges...!) - 0.00 Uhr der Oberarzt wird zum Ultraschall und zur Untersuchung gerufen, Köpfchen hat sich trotz Dauerwehen eher wieder nach oben bewegt, er rät zum sofortigen Kaiserschnitt, da ein Versuch einer Spontangeburt bei den Voraussetzungen dann ein Notkaiserschnitt mit Vollnarkose folgen könnte.
1.00 Uhr: nach den ganzen Aufklärungen über die Risiken legt das Narkoseteam mit der Spinal los.
Vorher haben sie mir noch versehentlich meine Braunüle rausgerissen und ich habe den blütenweißen Boden mit Blut marmoriert...
Das Setzen der nadel dauert gefühlte Stunden, ständig muß neu angesetzt werden, dann ist die Nadel zu kurz, wieder neue Versuche - das ganze natürlich inklusive Wehen und schön vornübergebeugt.
Bei meinem Bauch kein Vergnügen.
Dann übernimmt der Oberarzt und legt innerhalb von Minuten die Betäubung - warum nicht gleich so!
Die Minuten vergehen, an mir wird geruckelt und geschuckelt, und Jan und ich sind völlig bei uns und warten auf den erlösenden Schrei.
Der kommt um 1.43 Uhr - ENDLICH!
Zu dem Zeitpunkt wissen wir noch nicht, ob es ein Junge oder ein Mädchen ist.
Wir sind völlig überwältigt, als die Hebamme Jan dieses "kleine" rotgesichtige Bündel in die Arme legt.
Schon wie bei Hannah wollen wir selber entdecken, welches Gesc.hlecht unser Baby hat.
Jan wühlt sich also durch die Handtücher und verkündet nach einer gefühlten Ewigkeit: es ist ein Finn Mattis!!!
Während die Ärzte noch schwer beschäftigt sind, können wir unseren Sohn bestaunen, abknutschen, fühlen und vorallem riechen -ich liebe diesen Babygeruch!!
Bei den Daten von Finn geht ein Raunen durch die Op-Mannschaft.
(und ich war heilfroh über die Kaiserschnitt-Entscheidung!!!)
Über 4 Kilo hatte man ja geschätzt, aber das übertraf dann doch alle Erwartungen.
Dann ging es in den Kreißsaal, und wir 3 hatten endlich Zeit für uns.
Um 4 Uhr wurde dann die U1 gemacht, die der Rumpelwicht mit Bravour meisterte.
Bei so schweren Kindern wird der Blutzucker noch genauer als ohnehin schon kontrolliert.
Finn hatte einen sehr niedrigen Wert, und bekam erstmal eine kleine Glukosedröhnung.
Um 6 Uhr ging es dann auf die Station in unser Familienzimmer.
Papa bettete sich gleich erschöpft zur Ruhe - und Mama konnte vor lauter staunen und kuscheln überhaupt nicht schlafen...
Der Blutzucker von Finn wird alle Stunde überprüft - und bleibt leider sehr schwankend.
Papa pennt und pennt - und wacht nur kurz zum Frühstück auf...
Um 11.30 Uhr kommt die Oma mit Hannah endlich vorbei!!!
DIE GROßE SCHWESTER!!!
Zuerst war ihr das alles nicht ganz geheur: Mama liegt desolat im Bett und der Rumpelwicht ist jetzt plötzlich ziemlich real geworden.
Doch das Eis ist schnell gebrochen, sie streichelt Finn liebevoll - "das ist mein Bruder!" - und hat ihm sogar ein kleines Geschenk mitgebracht.
Die ganze Familie lümmelt im Bett herum und ich fühle einfach nur vollkommenes Glück!!